Heidenau und Troisdorf seit mehr als 40 Jahren Gelebte Städtepartnerschaft

Vom 24. bis 26. Mai feierte die Troisdorfer Partnerstadt Heidenau (Sachsen) die Verleihung der Stadtrechte vor 100 Jahren mit einem Stadtfest. Der Städtepartnerschaftsverein Heidenau hatte u.a. den Städtepartnerschaftsverein Troisdorf zum gemeinsamen Umzug eingeladen.

So reiste eine Abordnung des Vorstands bereits am 24. Mai an und wurden bei einem gemeinsamen Grillabend empfangen. Die Unterbringung erfolgte privat bei Mitgliedern des Heidenauer Vereins. Am Samstag, den 25. Mai unternahmen Mitglieder des Heidenauer Vorstands mit den Gästen aus Troisdorf eine kleine Wanderung durch den Liebethaler Grund bis nach Lohmen im Elbsandsteinge- birge. Dabei war viel Zeit füt persönliche Gespräche und die Vertiefung der schon seit 1990 be- stehenden Städtepartnerschaft, aus der auch viele. langjährige persönliche Freundschaften ent- standen sind. Am 26.5. bei bestem Wetter reisten dann auch die Gäste aus Polen und Tschiechien an und wurden vom Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsverein Heidenau Dr. Horst Alheit vor der Stadtbibliothek begrüßt. Anschließend unternahmen alle Gäste der Partnerstädte einen Rundgang über das Stadtfestgelände. Danach traf man sich im Heidenauer Mehr- Generationen-Haus zu einer Präsentation der Partnerstädte. Jede Stadt stellte sich in einer 15-minütigen Präsentation vor, die dann jeweils ins Polnische und Tschechische bzw. Deutsche übersetzt wurde. Die Gäste aus Polen und Tschechien haben dabei Informationen zur Geschichte und den wesentlichen Sehenswürdigkeiten von Troisdorf erfahren. Nach dem gemeinsamen Mittagessen aller Heidenauer Partnerstädte wurde beim Umzug durch die Stadt deutlich gemacht, dass Städtepartnerschaften für die Bürger lebendig und erfahrbar ausgestaltet werden können.

Nach dem Umzug trafen sich der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsverein Heidenau, Dr. Horst Alheit sowie der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Troisdorf Heinz-Peter Albrings mit dem nHeidenauer Bürgermeister Jürgen Opitz und den Bürgermeistern der polnischen und tschechischen Partnerstädte. Heinz Peter Albrings übergab im Beisein des ersten stellvertretenden Bürgermeisters Erkan Zorlu einen Kunstdruck eines Bildes des Malers Josef Hawle aus Troisdorf als Gastgeschenk an Bürgermeister Opitz, welches sicher seinen Platz im Rathaus in Heidenau finden wird. Ferner wurde die Gelegenheit genutzt über weitere Projekte bei der Ausgestaltung der Städtepartnerschaften zu sprechen. Damit ging ein wundervoller Tag in Heidenau zu Ende, und alle Gäste sind mit vielen positiven Eindrücken wieder nach Hause gefahren.

Pfingstfrühstück des Städtepartnerschaftsvereins

In jedem Jahr treffen sich die Mitglieder des Städtepartnerschaftsvereins Troisdorf (SPV) am Pfingstmontag zu einem gemeinsamen Frühstück. Bei dieser Gelegenheit informiert der Vorstand des SPV die Mitglieder über aktuelle Entwicklungen des Vereins und über geplante Veranstaltungen. Am vergangenen Pfingstmontag berichtete Erkan Zorlu, 1. Stellvertretender Bürgermeister der Stadt Troisdorf, über unsere Partnerstadt Menderes in der Türkei. Erkan Zorlu ist zudem Mitglied des SPV, und er hält auch die Kontakte zwischen Troisdorf und der südlich von Izmir an der Küste der Ägäis gelegenen Partnerstadt. Er spricht Türkisch als Muttersprache und dies erleichtert natürlich die Verbindung in die Türkei. Zorlu berichtete über die Ergebnisse der Kommunalwahlen Ende März

in der Türkei und den neuen Bürgermeister Ilkay Çiçek im Rathaus von Menderes. Darüber hinaus skizzierte er die gegenwärtige politische und wirtschaftliche Lage in der Türkei für die Mitglieder des SPV. Unser 1. Stellvertretender Bürgermeister hatte auch bereits ein Gespräch mit dem neuen Bürgermeister dort. Dabei versicherte Ilkay Çiçek, daß die Stadt Menderes unbedingt an der Partnerstadt mit Troisdorf festhalten wolle und er selbst in der nächsten Zeit einen Besuch in Deutschland plane. Für die zweite Jahreshälfte hat der SPV einige Aktivitäten vorgesehen. Zunächst fährt am 25. Mai eine Delegation des Vereins in die Partnerstadt Heidenau bei Dresden, die ihr 100-jähriges Stadtjubiläum feiert. Ein Gegenbesuch der Heidenauer ist für Anfang Oktober dieses Jahr bereits fest eingeplant mit gemeinsamen Ausflügen beider Vereine nach Maastricht und in das Brohltal. Am 05.09.2024 bekommen die Mitglieder des SPV die Gelegenheit zu einer Stadtführung in Köln unter der Überschrift „Was gibt es Neues in Köln?“ Es geht um die vielen Baustellen, ein Denkmal für die Armenier von 1915 und die vielen Projekte im Stadtzentrum sowie einen Malerfürsten in einer romanischen Kirche. Am letzten Samstag im September soll dann eine Fahrt nach Genk (Belgien) angeboten werden. Am Vormittag können eine Käserei oder eine Brauerei mit einer Führung besichtigt werden, während man den Nachmittag dann in unserer Partnerstadt mit einem Shoppingbummel und Essen in einem der vielen Restaurants mit Außengastronomie im Stadtzentrum ausklingen lassen kann. Diese beiden Veranstaltungen richten sich nicht nur an Mitglieder des SPV, hier können alle interessierten Bürger mit dabei sein. Der Höhepunkt des Jahres ist aber in den Herbstferien die sechstägige Reise in die Partnerstadt Redcar & Cleveland in Großbritannien. Die englischen Freunde haben ein Besuchs -und Besichtigungsprogramm vorbereitet, und dabei spielt die maritime Vergangenheit ihres Landes eine gewichtige Rolle. Und nicht zu vergessen Fish ’n‘ Chips“ im Original gehören dann auch dazu. Weitere Informationen und Kontakte auf  www.staedtepartnerschaftsvereintroisdorf.de

Heinz-Peter Albrings, Vorsitzender Städtepartnerschaftsverein Troisdorf

Besuch bei Freunden: Sonnige Tage in Heidenau  

„Ein bisschen Freundschaft ist mehr wert als die Bewunderung der ganzen Welt.“ Wer das gesagt hat? Das war der „Eiserne Kanzler“ Otto von Bismarck, wer hätte das vermutet? Er würde sicher hoch erfreut und auch mit Stolz auf die Begegnung der Bürger und Bürgerinnen aus Troisdorf mit denen aus Heidenau blicken. Seit mehr als dreißig Jahren besteht nun schon die Städtepartnerschaft mit der Stadt in Sachsen. Sie hat sich in den vergangenen Jahren zu einer tragfähigen Verbindung nicht nur zwischen den politischen Vertreter*innen und den beiden Verwaltungen entwickelt, sondern auch und vor allen Dingen zu vielen persönlichen Freundschaften zwischen den einzelnen Bürger*innen geführt.

So fuhren 34 Troisdorfer*innen des Städtepartnerschaftsverein vom 31.08. bis 4.09.23 zu einem Treffen nach Heidenau. Nach angenehmer Busfahrt wurden wir am späten Nachmittag von unseren Gastgeber*innen sehr herzlich empfangen. Nachdem der Kinderchor des Singekreis Heidenau gesungen und die Vizebürgermeisterin Frau Marion Franz sowie die beiden Vereinsvorsitzenden Heinz Peter Albrings und Dr. Horst Alheit Begrüßungsworte ausgetauscht hatten, fuhren wir dann alle zu unseren Quartieren in den Gastfamilien.

Der erste Tag begann gleich mit einem Höhepunkt, denn es stand ein Besuch eines der weltgrößten Panometer in Dresden an (geschaffen von Asisi 2009), der in einem denkmalgeschützten ehemaligen Gasometer untergebracht ist. Dort ist ein 360° Panoramabild zu sehen und es entfächert sich das Leben in Dresden am sächsischen Hof zur Barockzeit, der Blütezeit der Stadt. Neben dem Hofleben sieht man dem Alltagsleben des Volkes zu, den Fischern und Handwerkern, den Dienstboten und Markt- und Waschfrauen. Das Ganze war eine vergnügliche Rückschau in längst vergangene Zeiten. Der Nachmittag blieb den persönlichen Unternehmungswünschen der Reisenden mit ihren Gastgebern vorbehalten.

Am Samstag ging es sehr früh los, denn die Reisegruppe fuhr nach Prag. Dort warteten bereits zwei Fremdenführerinnen, die die Gruppe aus Troisdorfer*innen und Heidenauer*innen durch die Stadt führten. Es war ein langer und mit vielen interessanten Informationen versehener Weg von der Prager Burg bis zur Astronomischen Uhr am Rathaus in der Altstadt natürlich  mit vielen wunderschönen Fotomotiven. Zwischendurch wurde gemeinsam ein gutes Mittagessen in einer rustikalen Gaststätte mit Gulasch und Knödel eingenommen. Das hervorragende Prager Bier durfte zum Probieren auch nicht fehlen. Und da die Sonne es gut meinte, konnte auch die anschließende Freizeit in der Altstadt voll genutzt werden. 

Troisdorfer und Heidenauer Gruppe in Prag
Bild: Ulrich Burger

Und auch der dritte Tag begann mit einem Highlight. Der Bus fuhr uns nach Bad Schandau und dort stiegen wir in die Kirnitzschtalbahn um, die uns zum Lichtenhainer Wasserfall brachte. Das Besondere an dieser Bahn ist, dass sie, betrieben durch einen Verein, mit ihren historischen Linienwagen ein Stück Straßenbahngeschichte und Romantik verkörpert. Man spürte in der Einführung durch den Fahrer den Enthusiasmus und das persönliche Engagement mit dem die Vereinsmitglieder die historischen Fahrzeuge pflegen.

Die Fahrt auf den mit altem Leder bezogenen alten Sitzen war tatsächlich ein großes Vergnügen. Die Bahn diente auch als Kulisse für das typische Flair der 1950er Jahre für den Film „Der Vorleser“ bei der die Schauspielerin Kate Winslet in dem Waggon war . Anschließend, der Bus war uns vorausgefahren, fuhren wir weiter durch den Nationalpark Sächsische Schweiz mit dem Ziel Bastei. An diesem atemberaubenden Aussichtspunkt über das weite Elbtal konnte jeder auf seine Weise den weiteren Nachmittag genießen. 

Am letzten Abend luden uns die Heidenauer Freunde zu einem fröhlichen Zusammensein ein, an dem auch der Heidenauer Bürgermeister Jürgen Opitz mit seiner Frau teilnahm. Es wurde gegrillt und ein liebevoll selbst bereitetes, reichhaltiges Salatbuffet sowie Getränke für jeden Geschmack ließen keine Wünsche offen. Dazu gab der Posaunenchor Heidenau einen Einblick in sein musikalisches Können. Besonders viel Beifall erntete eine sechsköpfige Damenpantomime, die zur allgemeinen Erheiterung beitrug. Der ungezwungene Abend bewies allen Teilnehmenden wieder erneut wie herzlich und unbelastet die Beziehungen zwischen den Bürger*innen der Partnerstädte sind und wie stark die persönlichen Bande geworden sind. Die beiden Städtepartnerschaftsvereine haben sich aber auch zum Ziel gesetzt Schulpartnerschaften zu initiieren. Hierzu gab es positive Gespräche, die es zu intensivieren gilt.

Die Erlebnisse dieser Tage waren wieder einmal wunderschön, demzufolge fiel der Abschied am nächsten Morgen schwer. Doch spätestens in einem Jahr werden wir uns wiedersehen. Dann begrüßen wir die Sächsischen Freunde bei uns in Troisdorf, wissen wir doch auch, dass wir auf echte Freundschaften auf keinen Fall verzichten wollen.

Text: Frau Barbara Bujotzek

Flohmarkt, Max Verstappen und ein Blick in die Sterne

Am ersten Wochenende im Juli wird in Genk, der belgischen Partnerstadt von Troisdorf, immer ein großer Flohmarkt in der Innenstadt abgehalten. In diesem Jahr mit einem Besuch aus Troisdorf. Eine Gruppe von 41 Mitgliedern und Gästen des Troisdorfer Städtepartnerschaftsvereins mit dem Vorsitzenden Heinz-Peter Albrings und dem stellvertretenden Bürgermeister Guido Menzenbach besuchten in einem Tagesausflug Genk am 02. Juli. Mit dabei waren auch Dirk Ulrich Lauer, Vorsitzender des Stadtsportverbandes Troisdorf und Norbert Wollersheim sowie Nico Nowacek vom Ausschuß für Kultur, Städtepartnerschaften, Sport und Freizeit der Stadt Troisdorf. Im Rahmen des Besuches wurde mit der Stadtverwaltung Genk abgestimmt, mit welchen Projekten der Sport in den Beziehungen der beiden Städte im Rahmen der Städtepartnerschaft weiter entwickelt werden kann.

In Genk hatte die Stadtverwaltung mit dem für Städtepartnerschaften und Sport zuständigen Jean Bieghs und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein anregendes und spannendes Tagesprogramm zusammengestellt. Zunächst ging es auf den Flohmarkt in der Innenstadt, der sich in der gesamten Fußgängerzone und den anliegenden Straßen abspielte. Dabei gaben Guido Menzenbach und Heinz-Peter Albrings dem lokalen Radio ein Interview mit Hintergründen der Städtepartnerschaft und sprachen auch eine Gegeneinladung für 2024 aus. Die Sprache war dabei keine Barriere, die meisten Menschen in Flandern verstehen Deutsch, beide Sprachen sind eng miteinander verwandt. Dies gilt auch in umgekehrter Richtung: Die Gäste aus Troisdorf verstanden auch die Gastgeber ganz gut.

Das Mittagessen auf Einladung der belgischen Freunde wurde im Restaurant der Kart-Bahn in Genk eingenommen. Hier kam auch der Bürgermeister von Genk Wim Dries hinzu und ließ es sich nicht nehmen, die Freunde aus Troisdorf persönlich in seiner Stadt zu begrüßen. Dabei betonte Bürgermeister Dries, das der Formel 1 Pilot Max Verstappen als junger Mann seine Runden auf der Bahn von Genk drehte und auch heute noch gelegentlich vorbeischaut, um Preise nach Kart– Rennen an Jugendliche zu verleihen. Weiter ging es zu einer spannenden Besichtigung des Stadions des Fußballclubs KRC Genk. Der Fußballclub der 67.000 Einwohner zählenden Stadt wurde in diesem Jahr in diesem Jahr Vizemeister der belgischen Liga und spielt damit im Herbst in der Champions League mit!

Den Abschluß des Ausfluges bildete ein Blick in das Weltall und auf die Sonne in der Sternwarte von Genk. Dort erfuhren die Troisdorfer viel Wissenswertes über die Eigenschaften der Sonne und deren Auswirkungen für unser Planetensystem und die Erde. Nach einem abschließenden Kaffee mit Eis und Kuchen oder einem guten belgischen Bier brachte der Bus die Mitglieder des Städtepartnerschaftsvereins wieder sicher nach Troisdorf zurück.

Mitgliederversammlung des Städtepartnerschaftsverein Troisdorf 2023

Pünktlich um 18:00 Uhr eröffnete der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Troisdorf, Herr Heinz – Peter Albrings die diesjährige Mitgliederversammlung. 34 Mitglieder*Innen waren in den Raum A des Troisdorfer Rathauses gekommen um die Ereignisse des vergangenen Jahres noch mal an sich vorbeiziehen zulassen und um einen Ausblick auf die nächsten Unternehmungen zu erhalten. Da in der langen Zeit der Pandemie ja nicht nur auf die Besuche in den Partnerstädten sondern auch auf die beliebten zusätzlichen Unternehmungen verzichtet werden musste, konnte im vergangenen Jahr wieder an „alte Zeiten“ angeknüpft werden. 

Nach einer kurzen Begrüßung der Anwesenden und dem ehrenden Gedenken der Verstorbenen des vergangenen Jahres erläuterte die Geschäftsführerin Frau Adelheid Eick ihren Rechenschaftsbericht. Sie berichtete über die sehr erfolgreichen gegenseitigen Besuche der Bürger*innen von Troisdorf und Heidenau und dem Besuch der Freunde aus der englischen Partnerstadt Redcar/Cleveland in Troisdorf.  

Ferner konnte im Laufe des letzten Jahres der Einladung der Landtagsabgeordneten Frau K. Gebauer gefolgt und der Landtag in Düsseldorf besucht werden. Es fand auch wieder die beliebte Weihnachtsfeier mit verschiedenen Darbietungen statt sowie das traditionelle Frühstück an Pfingstmontag. Diesen Monat unternahmen die Vereinsmitglieder*innen einen äußerst interessanten Tagesausflug nach Lüttich.

Ferner berichtete Frau Eick darüber, dass ein zunächst hoffnungsvoller Neustart der Beziehung zur französischen Partnerstadt Evry momentan etwas stagniert, hingegen steht auf Einladung der belgischen Partnerstadt Genk ein Tagesbesuch am 2.7.23 mit 42 Mitglieder*innen bevor. Ein Besuch von Heidenau wird Anfang September stattfinden. Im Herbst nächsten Jahres sind Besuche in den Partnerstädten Korfu und Redcar-Cleveland geplant.

Städtepartnerschaftsverein „on tour“ in Lüttich

Kaum sind die Gäste aus England wieder Richtung Heimat geflogen (der Rundblick berichtete am 3. Juni darüber), da unternahmen 27 Mitglieder des Vereins einen Tagesausflug nach Lüttich. Natürlich ist die Hauptaufgabe des Vereins die Pflege der freundschaftlichen Beziehungen zu den Partnerstädten unserer Heimatstadt, jedoch begrenzt sich das Interesse nicht ausschließlich auf diese. So ist es schon lange Tradition einmal im Jahr eine Tagestour in eine interessante in- oder ausländische Stadt anzubieten und dieses Jahr fiel die Wahl auf die ca. 150 km entfernte belgische Stadt Lüttich, Hauptstadt der Provinz gleichen Namens und kulturelles Zentrum Walloniens.
Bei bestem Wetter brach die Reisegruppe schon um 8:00 Uhr von Troisdorf auf und erreichte nach zwei Stunden angenehmer Fahrt -keine Staus- Lüttich. Unterwegs erläuterte der Vorsitzende Herr Peter Albrings den Mitfahrenden die bedeutende Vergangenheit der Stadt, in der wie auch in Köln schon die Römer und im Mittelalter die Fürstbischöfe residierten. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt durch Bergbau und Metallverarbeitung zu einem mächtigen Industriezentrum, büßte diese Bedeutung aber mit dem Untergang der Industrie im vergangenen Jahrhundert auch wieder ein.
Nachdem die Teilnehmer sich zum Gruppenerinnerungsfoto um den berühmten Sohn der Stadt gruppiert hatten

Gruppenfoto in Lüttich

(George Simenon ist der Schöpfer des Kommissar Maigret) erwartete sie ein zweistündiger Rundgang durch eine lebhafte, charmante Stadt mit zahlreichen interessanten Zeugnissen ihrer Vergangenheit. Kleine und enge Gassen wechseln sich mit grünen Plätzen und breiten Straßen ab und sogar eine Treppe mit 374 Stufen ist mit in den Straßenplan einbezogen. Die alte Fleischhalle mit ihrer imposanten, original erhaltenen Dachkonstruktion, der fürstbischöfliche Palast mit seinen beeindruckenden Ausmaßen, ein Trinkbrunnen, bei dessen Bau nicht nur an Menschen, sondern auch an Pferde und sogar an Hunde gedacht wurde, die schöne Kathedrale, die alte Oper samt neuem Umbau, Jugendstilfassaden und nicht zuletzt die zufällige Begegnung mit Tchantchés, dem Lütticher Vetter von Tünnes und Schäl

Foto: Ulrich Burger

oder die Gebäckprobe in einer vorzüglichen Bäckerei und vieles anderes mehr ließen die Teilnehmer staunen. Den restlichen Nachmittag verbrachte jeder nach seinem Geschmack: essen, bummeln, schauen.
Als gegen 18:00 Uhr der Bus Troisdorf erreichte, war man sich einig, dass Lüttich eine wirklich interessante Stadt ist und auch, dass es sich lohnen würde, diese Stadt in 4 oder 5 Jahren noch einmal zu besuchen – wenn dann die Großbaustellen Vergangenheit sein werden. Die Stadt baut eine Straßenbahn von einem Ende zum anderen Ende der Stadt und entspr. hinderlich sind die Baustellen. Aber das Fazit blieb eindeutig: Lüttich ist eine sehenswerte, vielfältige Stadt mit überraschenden Facetten: der Besuch lohnte sich.

Artikel von: B. Bujotzek

Gäste aus dem Vereinigten Königreich

Flug FR 1592 aus Manchester am vergangenen Montag, 22. Mai 2023, war überpünktlich in Köln/Bonn gelandet. Dort wurden die 17 Gäste aus der Partnerstadt von Troisdorf in Großbritannien, Redcar & Cleveland, vom Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins Heinz-Peter Albrings begrüßt. Noch am Abend hieß Bürgermeister Alexander Biber im Rathaus sehr herzlich die Gäste von der englischen Nordseeküste in Troisdorf willkommen. Anschließend wurden alle in ihren Gastfamilien untergebracht. Für die folgenden drei Tage hatte der Vorstand des Troisdorfer Städtepartnerschaftsvereins ein umfangreiches und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. 

Gleich der erste Programmpunkt am
Dienstag war einer der Höhepunkte des
Besuchsprogrammes. Wolfgang Schmitz Mertens führte die Gruppe in die
Geheimnisse der Kaffeerösterei ein,
berichtete über den Kaffee als Handelsgut
und zeigte dann allen die Produktion in
seinem Unternehmen, das in diesem Jahr
160 Jahre alt wird. Anschließend erfolgte
die Verköstigung verschiedener
Kaffeesorten. Dabei erwies es sich schnell
als Mythos, dass Englänger nur Tee trinken.

Am Mittag rundete ein Besuch im
Karnevalsmuseum und der Touristinformation auf
Burg Wissem das Tagesprogramm ab. Dort befindet
sich eine große, begehbare Karte von der Wahner
Heide und Troisdorf. Den englischen Gästen wurde
sofort klar, warum Troisdorf ein beliebter und
gesuchter Wohnort in der Region ist:
Verkehrsanbindung, Arbeitsplätze und Naherholung
im Grünen. Am Abend servierte Familie Adscheid in ihrem Restaurant „Zur Siegfähre“ dann
verschiedene Schnitzelgerichte mit dem einen
oder anderen guten Bier dazu.

Tag drei des Besuchsprogramms führte die Gruppe nach Köln. Zunächst ging es bei einer Stadtführung durch die Jahrhunderte der Geschichte der Domstadt. Die römische Colonia Claudia Ara Agrippinensium, die Hohenzollern am Rhein – mit der nach ihnen benannten Brücke, das Stapelrecht oder das Wohnquartier an Groß Sankt Martin waren Stationen der Führung. Auf dem Alter Markt staunten die Teilnehmer aus Redcar & Cleveland nicht schlecht über den „Kallendresser“l und hörten die Geschichte von Jan von Werth, Griet und der unerfüllten Liebe. Am Rathausturm konnte dann die steinerne Figur des englischen Königs Henri II. Plantagenet bestaunt werden. Erzbischof Rainald von Dassel hatte die Ehe von dessen Tochter mit Heinrich dem Löwen Mitte des 12. Jahrhunderts vermittelt. Nach einem Rundgang um das große Modell der Stadt im Spanischen Bau ging es in den Dom und zu einem Essen auf „kölsche“ Art  is  „Weinhaus Vogel“. Abgerundet wurde der Tag mit einem Einkaufsbummel und dem Besuch des LVR-Turm mit seiner Aussichtsplattform hoch über dem Rhein.  

Der folgende Tag sah einen Besuch des Schiffshebewerks in
Henrichenburg im Ruhrgebiet vor. Das Schiffshebewerk, eine
technische Meisterleistung des Kaiserreiches aus dem Jahr 1899, ist
heute ein Museum und wurde mit einer Führung in Augenschein
genommen. Anschließend ließen sich die Gäste aus Redcar &
Cleveland dann eine richtige Currywurst aus dem Pott schmecken.
Made in Germany! …

Am Freitagvormittag flogen die Gäste von der Insel dann wieder in Richtung Manchester zurück. Nicht aber ohne sich mit dem Städtepartnerschaftsverein über Pläne für einen Gegenbesuch aus Troisdorf für Oktober 2024 zu beraten. Dann wäre ein Besuch der mittelalterlichen Stadt York reizvoll oder es könnte eine Wanderung entlang der Küste mit dem kilometerlangen Redcar Beach bei einer steifen Brise gemacht werden. Good bye, see you again and all the best to you!  

Text:  Dr. Ulrich Burger 

Bilder: Frank Eick 

Landtag und Brauerei – ein durchaus passendes Paar für einen Vereinsausflug

„Wir haben einen interessanten Tag mit viel Information aber auch mit viel Freude erlebt“, das sagte am Abend ein Teilnehmer der Fahrt und er bekam viel Zustimmung von seinen Mitfahrern.

Am 3. November war es endlich soweit und die schon so lange geplante Fahrt nach Düsseldorf in den Landtag konnte endlich unternommen werden. Die Landtagsabgeordnete für Troisdorf, Frau Gebauer, hatte eingeladen und wir folgten der Einladung gerne. Unsere Geschäftsführerin, Frau Heidi Eick, hatte umsichtig für einen sehr frühen Aufbruch nach Düsseldorf plädiert. So kamen wir trotz des heftigen Berufsverkehrs pünktlich am Landtag an. Das Gebäude, in einem Grundmuster aus vielen Kreisen und mit viel Glas gebaut, beeindruckte uns mit seiner Charakteristik. Zunächst wurden wir in einen -ebenfalls runden Raum- geführt und wir bekamen eine Einführung in die Geschichte des Landtags geboten, die für den einen oder anderen Mitfahrer noch interessante Details offenbarte. Nach einem anschließenden kurzen Kaffeetrinken kamen wir zu dem Höhepunkt, denn wir durften auf der Besuchertribüne der „Aktuelle Aussprache“ zum Bürgergeld beiwohnen. Alle Parteien stellten ihren Standpunkt dar und viel zu schnell verging die uns zugebilligte halbe Stunde auf der Tribüne. Eine munter-lebhafte Diskussionsrunde mit Frau Gebauer, bei der alle möglichen Probleme, auch solche die Troisdorf betreffen, angesprochen wurden, beendete unseren Besuch im Landtag. 

Unsere Weiterfahrt führte uns nach Korschenbroich zur Privatbrauerei Bolten. Diese ist stolz auf ihre Brautradition seit 1266 (!) und sie ist damit der Standort der ältesten Altbierbrauerei der Welt. Ein „diplomierter Braumeister“ wie er stolz erwähnte, führte nicht nur durch die Anlagen der Brauerei sondern erklärte mit Engagement und spürbarem Stolz die verschiedenen Stadien des Braugeschehens. „Ich habe schon viele Brauereien besichtigt aber so genau wurde das Brauen selbst nie erklärt“ war das Resümee eines Mitfahrers. Ein kleiner Imbiss schloss auch diese Besichtigung aufs allerbeste ab. Und so erreichten die Mitfahrenden schließlich wieder Troisdorf in dem Gefühl einen wirklich lohnenswerten Ausflug, einen schönen Tag, erlebt zu haben.